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Im August letzten Jahres entdeckte ich ein paar tolle Stellen am Oglio. Ich hatte mir für diesen Urlaub fest vorgenommen diese Stellen zu befischen.
Am ersten Tag war ich an einem Kanal unterhalb eines Kraftwerkes der in der Nähe des Camps in den Oglio mündet. Es war regnerisch, ab und zu mal leichte Schauer, aber nicht allzu kalt, ca. 20°. Das Wasser war schon sehr warm in diesem Kanal, 19,5°. Innerhalb einer halben Stunde (war so ca. 20:30 Uhr) hatte ich keine meiner drei Köderfische mehr, insgesamt gute fünf Bisse gehabt, und zwei Waller gefangen. Keine Großen, ca. 80 und 90 cm, aber immerhin. Das war doch mal ein Start!
Ich wollte auch noch unbedingt an die Mündung dieses Kanals. Vorneweg gesagt: an keinem der sieben Angeltage war es möglich diese Stelle zu befischen. Dort standen zu jeder Zeit italienische Angler. Manchmal bis zu sieben Autos!. Schade. Dort hätte ich bestimmt auch gefangen. Oglio

Aber da war noch ein toller Rücklauf ein paar Kilometer oberhalb des Camps am Oglio, an den ich mich noch erinnern konnte. Den beangelte ich am zweiten Tag. Das Wasser hatte so um die 18°, es war bewölkt regnete aber nicht und die Luft hatte ca. 20°. Ich hatte etwas Schwierigkeiten mit meinen Rutenhaltern, da der Angelplatz direkt auf Betonplatten lag. Am Ende schaffte ich es wenigstens einen In einer Lücke zwischen die Platten zu stecken. So fischte ich halt nur mit einer Rute. Ich bot einen kleinen Aal in ca. 1 m Tiefe an der Posenmontage an.
Das Kehrwasser ist klasse. Ziemlich tief, breit und verläuft ca. 20 m den Oglio herunter. Der Aal konnte sich in diesem Terrain bewegen wie er wollte.
Um ca. 21:30 Uhr Biss! Ich hatte keinen besonderen Stand auf den rutschigen Betonplatten unter mir und konnte keinen guten Anhieb setzen, hoffentlich reichte es aus. Sofort nach dem Anhieb zog der Waller mit einer unbändigen Kraft den Fluss abwärts. Ich musste meine Bremse regulieren, denn halten konnte ich ihn nicht. Gute zehn Meter zog er stromab, danach überlegte er es sich anders und schwamm aus dem Kehrwasser am Ufer in Richtung Flußmitte zur Hauptströmung. Wie lange ich ihn dort drillte kann ich nicht sagen, ich vermute gute zehn Minuten lang. Diese Minuten werde ich nie vergessen, ich hatte noch nie so einen Drill! Immer wieder die Schläge seiner Schwanzflosse auf die Schnur, drei oder vier "Zwischenspurts" die Strömung hinunter, das kräftige Schütteln des Kopfes und das Drehen des Körpers. Bei den Wallern, die ich bisher fing, gab es das auch alles, aber die Drills meisterte ich "mit dem kleinen Finger". Bei diesem Waller war eine wahnsinnige Kraft dahinter, ich war zum ersten Mal bei einem Drill richtig gefordert. Ja nicht mit der Konzentration nachlassen! Nach gut zehn Minuten schaffte ich es das erste Mal den Waller aus der Hauptströmung in das Kehrwasser herauszudirrigieren. Es dauerte noch mal gute fünf Minuten, bis der Waller so "schlapp" war, dass ich ihn landen konnte. Der Haken saß zum Glück fest im Schlund. So brachte ich meinen "Wunschwaller" der größer ist als ich, 1,70 m und ca. 40 kg, sicher an Land.
170 cm 170 cm

Am dritten Tag, das Wetter schwenkte langsam auf freundlich um, es hatte ca. 22° am Tag, das Wasser des Oglios ca. 18°, entschied sich unser gesamtes Team am Oglio zu angeln. Peter ging auch mit und führte uns an eine tiefe Außenkurve. Karl-Heinz, Matze und Peter machten sich's dort bequem. Waller-Michl und ich fanden ca. 200 m stromauf eine kleine Sandbank mit Kehrwasser. Michl bekam auf seinen in einem Meter Tiefe an der Posenmontage ausgelegten Aal um ca. 21:40 Uhr einen Biss. Nach kurzem Drill, ein Waller von 1,20 m.
120 cm

In der Nacht fing Matze an der Angel von Karl-Heinz einen ca. 1,30 m langen Waller. Er war überrascht, dass auch ein "Kleiner" in der Strömung einen guten Drill gibt.

Am vierten Tag wollte ich mit Michl zusammen den Mündungsbereich eines kleinen Kanals, ca. 7 km vom Camp entfernt am Oglio befischen. Tolle Stelle! Vor der Mündung fast keine Strömung, gut 1,50 m tief. Im vor der Mündung am Oglio tolle Möglichkeiten die Pose vor Büschen anzubieten. Ich fuhr schon um 17:30 Uhr los um die Stelle vor italienischen Anglern zu "sichern". An der Feederrute fing ich gleich zwei kleine Barben auf Maden und konnte Wallern beim Rauben zusehen. Alle Zeichen standen wieder auf Biss!
Um ca. 18:30 kam der Waller-Michl an der Stelle an. Wir montierten unsere Ruten, es fing leicht zu regnen an. Um 19:00 Uhr entschlossen wir uns unsere Autos vom Ufer die Böschung hinaufzufahren, denn wenn es auf diesen sandigen Wegen nass wird, dann kommt man keine Steigung mehr hoch. Tja, ab da, war ein Teil des Urlaubs versaut! An unseren Autos angekommen sahen wir jeweils eine Fensterscheibe zertrümmert und einen zerstochenen Reifen! Das war's mit dem Angeln an diesem Tag. Ersatzreifen montiert und zurück nach La Motta. Dann der ganze Kram mit der Polizei, und und und. Tja, ich werde nie wieder in Italien an einer Stelle angeln, wo ich mein Auto nicht im Blick habe!

Am Abend des fünften Tages hatte ich mich wieder etwas von diesem Vorfall beruhigt. Matze, Karl-Heinz und ich angelten an der Mündung des Oglios in den Po. Klasse Stelle! Das Wasser stieg zudem, was sich meistens sehr gut auf die Fänge auswirkt. Allerdings bekamen wir nicht einen Biss! Am nächsten Tag suchte ich eine Erklärung dafür und Waller-Kalle meinte, dass es eventuell mit den Wassertemperaturunterschieden von Oglio und Po zu tun hatte. Der Oglio war die Tage immer zwei Grad kälter als der Po. Es kann sein, dass das die Waller aus diesem Flussbereich störte.

Das Wetter wurde immer besser. Am sechsten Tag strahlend blauer Himmel und Temperaturen über 25°. Das Wasser des Pos stieg immer noch. Beste Vorzeichen! Wir entschlossen uns alle zusammen auf einer Sandbank durchzumachen. Waller-Kalle zeigte uns eine schöne Sandbank an der sich Meeräschen aufhielten. An der Strömungskante legten wir insgesamt sechs Bojen. Um ca. 20:00 Uhr waren alle unsere Bojen- und sonstigen Montagen ausgelegt. Mit dem steigenden Wasser allerdings trieb es so alles mögliche "Zeug" den Po hinunter. Es folgten Rettungsaktionen unserer Bojen indem z. B. Karl-Heinz kurzentschlossen ins Wasser sprang um einen nahenden Baumstamm ans Ufer zu ziehen. Oder Karl-Heinz und Michl fast bis zum Bauch im Wasser einen ganzen Baum ans Ufer zogen. Leider war alle Mühe vergebens. Um ca. 22:00 Uhr waren alle Montage soweit mit Gras, Abfällen, Ästen, etc. versorgt, dass darauf kein Waller mehr beißen konnte. Um 21:15 Uhr, hatte Karl-Heinz in der Bucht die sich zwischen Sandbank und Po gebildet hatte einen Biss. Er fischte nicht mit Bojenmontage, sondern spannte seine Montage an einer Reißleine an einem kleinen Baum vom gegenüberliegenden Ufer. Wow, so schnell hatte ich ihn noch nie zu seiner Angel rennen sehen! Anhieb und kurz danach ein Waller mit ca. 80 cm. Das blieb aber der einzige Fisch auf dieser Sandbank.

Am letzten Tag ging nur noch ich zum Angeln. Die anderen verbrachten einen geselligen Abend im "Fischerstüble" auf La Motta. Ich fuhr zur Brücke über den Oglio ca. 10 km oberhalb des Wallercamps. Meine beiden Angeln mit Aal und Karausche ließ ich an der Pose unter die Brücke treiben. Um ca. 22:00 Uhr hatte ich einen Biss, ließ aber nachdem der Freilauf ein paar Meter Schur freigab, sofort wieder aus. Das war's.

Wenn da nicht die Sache mit unseren Autos gewesen wäre, wieder einmal ein Super Urlaub im Wallercamp. Robert und Waller-Kalle sind eine echte Bereicherung fürs Camp. Robert mit seiner herzlichen Art überall zu helfen und Waller-Kalle mit seinem Fachwissen das seinesgleichen sucht. Einige Angler im Camp waren in der Woche erfolgreicher wie wir. Es wurden drei Waller über zwei Meter gefangen, der Größte 2,18 m. Außerdem einige kleinere bis 1,90 m.