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Aber das Wetter ist wunderschön...
... das bekam ich jeden Tag von unserem österreichischen Nachbarn Andi zu hören.
Warum? Wir fragten uns gegenseitig ob wir was gefangen hatten und jeden Tag sah die Antwort gleich aus. "Schon wieder nichts, aber das Wetter is wunderschön..."
Na ja, so ganz stimmt's nicht. Andi war einen Abend mit Robert auf einer Spinnfischtour und konnte einen mit 1,10m fangen und ich fing einen mit 1,54m auf den letzten Drücker.
Es war eine sehr schwierige Woche. Im Camp wurden nur wenige Fische gefangen. Jeder der einen Fisch fangen konnte durfte froh sein. Und bei der Anreise dachte ich mir noch im September läuft bestimmt alles besser wie im Mai! Tja, schön wär's gewesen. Jetzt weiß ich, dass die Fänge mit der Laichzeit oder Jahreszeit nicht so viel zu tun haben wie ich mir das vorstellte. Vielmehr denke ich, liegt es einfach am Appetit unserer Lieblingsfische. Der ist halt nicht immer gleich groß und von vielen Einflüssen abhängig.

Was soll's, so ist es eben beim Angeln. Ich fing trotzdem wieder haufenweise Fische, halt nur einen einzigen Waller. Dieses mal war die Liste der Fischarten noch länger als letztes mal im Mai diesen Jahres: Wels, Gabelwels, Barbe, Brachse, Schwarzbarsch, Karausche, Karpfen, Zander, Meeräsche und Rapfen. Die Meeräsche war allerdings nur versehentlich an der Schwanzflosse gerissen. Beim Einholen meiner Karpfenrute mit einem Wurm als Köder dachte ich ich hätte einen Biss. Ich schlug an und durfte dann erstmal nur meine Rute festhalten. Wow, der Fisch war wie eine Rakete an der Angel! Er schoss mit einem Affenzahn und ohne Unterbrechung zur Strömungsmitte. 30m, 40m, dann ging ihm doch mal die Luft aus und machte Pause. Ich konnte ihn vorsichtig mitten durch die Strömung herandrillen. Zwischendrin gab es noch zwei kurze Fluchten, bis er sich endgültig geschlagen gab. Der erste Spurt dieses Fisches war wirklich der Hammer, da sieht ein Karpfen blass aus dagegen.

Mit den Wallern sah es wie gesagt "mau" aus. Ich wechselte jeden Tag die Stelle um beißwillige Waller zu finden. Waller waren auch da. Sie raubten in die Schwärme der Meeräschen, dass es eine wahre Freude war. Nur meine Köder interessierten sie nicht wirklich Sad Am Mittwoch Abend fischte ich ca. 100m unterhalb einer Sandbank. So hatte ich die Möglichkeit meine Köder stationär anzubieten und trotzdem in kurzer Zeit mit der Blinkerrute "bewaffnet" zu reagieren, falls die Waller an der Sandbank raubten. Das ging dann auch so um 20:00 Uhr los. Ich stand wirklich mit meiner Blinkerrute inmitten der raubenden Waller!!! Links von mir platschte es, rechts von mir platschte es und vor mir platschte es so sehr, dass man meinen könnte da fällt eine Kuh ins Wasser Smile dass ich nicht nass gespritzt wurde war alles! Aber meinst du ein einziger Waller hätte sich für meinen Blinker, Wobbler, Gummifisch ... interessiert? Fehlanzeige! Wirklich deprimierend so was. Das Rauben nahm dann im Laufe der Zeit ab, bis um 21:30 Uhr noch kaum was los war. Also wieder zurück zu meinen stationären Ruten und warten, warten, warten, ... Bis es mir zu lang wurde und ich wieder ohne Biss zurück ins Camp fuhr.

Am Freitag dann, die anderen im Camp haben schon aufgegeben und widmeten sich der Biervorräte die ja nicht schlecht werden sollten, hatte ich endlich mein Erfolgserlebnis. 23:30 Uhr, wieder ein Abend ohne Biss an einer vielversprechenden Stelle mit schönem Kehrwasser, fange ich an zusammenzupacken. Die erste Angel liegt schon verpackt am Ufer, da sehe ich einen Schwimmer nicht mehr. Es ist die Angel die unter einem Busch hinter dem Kehrwasser platziert war. Yes!!! Ich sage noch zu Karin "Endlich, es ist soweit, es ist einer dran", dann bin ich an der Angel. Na toll, keine Schnur wird von der Rolle genommen. Zum Glück habe ich das schon einige Male erlebt und gehe auf Spannung, ... Anhieb, ... sitzt. Juchu, endlich noch dieses Gefühl etwas "richtiges" an der Angel zu haben. Nach dem Anhieb erst mal wieder Pumpen. "Der kann so eins zwanzig haben" sage ich zu Karin. Dann diese Schläge mit der Schwanzflosse auf die Schnur die aus dem Nichts kommen, die waren schon besser und lassen einem das Adrenalin noch einmal so richtig in die Adern schießen. Danach aber wieder keine große Gegenwehr. Nach kurzer Zeit habe ich ihn auch schon vor mir. Bisher pumpte ich den Waller durch das Kehrwasser zu mir. Vor mir aber floss die Hauptströmung vorbei, durch die ich ihn noch einige Meter ziehen musste. Jetzt, mit der Strömung fand noch mal ein richtiger Drill statt. Ist schon interessant wie sehr es von der Strömung abhängig ist, wie einfach man einen Waller bändigt oder nicht. Ich brauchte noch ca. 5 Minuten bis der Waller platt war und ich ihn landen konnte. War zwar kein Riese mit 1,54m aber er bescherte mir dieses Jahr noch einmal den Drill, auf den ich so lange warten musste.