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Die Reise zum Wallercamp fing ja schon mal gut an. Lag doch ab Memmingen jede Menge Schnee! Auf der Autobahn dann noch Schneematsch, gut dass ich noch die Winterreifen drauf hatte. Und dabei wollte ich doch nach diesem langen Winter keinen Schnee mehr sehen! Unser einziger Gedanke die Reise über an den Po war: Hoffentlich wird's in Italien wärmer...
Und so war's. Allerdings mit 15°C und Regen nicht gerade das Wetter, das man sich so erhofft hat. Der erste Tag fiel angeltechnisch voll ins Wasser. Es ging so ein Sturm, dass an Angeln nicht zu denken war. Der Po führte recht hohes Wasser und war am Steigen, das hörte sich mal nicht schlecht an.

Am Sonntag regnete es zwar immer mal wieder, aber der Wind lies nach. Wir konnten angeln. Zuerst mal auf Köderfische, aber wir hatten keinen Erfolg. So musste ich nach langer Zeit mal wieder auf gekaufte Karauschen zurückgreifen. Was soll's wenn wenigstens was beißt…
Aber so gut auch die gewählte Stelle aussah, es biss die erste Nacht nichts. Auch die zweite und dritte Nacht ging nichts. Das Wasser stieg und stieg, so dass schon die Pappelwälder unter Wasser standen. Aber mit dem Anstieg des Wassers sank auch die Wassertemperatur. So erkläre ich mir unsere Nullnummer bis Dienstag, denn der Angelplatz an einer überfluteten Wiese musste gut sein. Es war insgesamt sehr wenig Aktivität im Wasser zu verzeichnen, sehr selten hörte man mal den einen oder anderen Waller rauben. Das einzige was sich besserte war das Wetter. Dienstag kam schon öfter mal die Sonne raus. Ein spannendes Schauspiel war, dass die Karpfen in den Pappelwäldern ablaichten. Und das bei einer Wassertemperatur von 12,5°C! Da liest man in den Lehrbüchern doch anderes... Außer ein paar Köderfischen im Kanal gab es aber bisher noch keine anderen großartigen Erlebnisse zu verzeichnen. Klar, trotzdem war's schön. Jürgen fing seine erste Karausche und seinen ersten Zwergwels im Leben. Zurück im Camp gab's aber dann mal eine Story vom feinsten! Die Guides haben bei Beißflauten schon die seltsamsten Angelmethoden die man sich vorstellen kann.
Welche seltsamen Angelmethoden? Fragt Philipp den Guide im Wallercamp La Motta!
Oder ich erzähl es doch gleich selbst: Philipp fängt neuerdings seine Karpfen im Karpfenzelt. Jetzt wissen wir auch, warum das Karpfenzelt Karpfenzelt heißt! :-) Er suchte sich einen viel versprechenden Angelplatz bei steigendem Wasser aus. Irgendwann in der Nacht steigt er dann von der Liege und steht im Wasser. Bin mir sicher, dass das auch schon einigen von euch passiert ist ;-) Was Philipp aber definitiv besser gemacht hat wie jeder andere bisher: ein Karpfen ist mit dem steigenden Wasser in sein Zelt geschwommen. Petri Philipp! :-)

So, langsam wurde es aber Zeit einen Waller zu fangen. Mittwoch waren bei strahlendem Sonnenschein noch genug Köderfische vom Vortag übrig, damit es uns nichts ausmachte, dass die Karauschen im Kanal so gar nicht wollten. Die Wassertemperatur stieg und wir machten uns Hoffnung nun endlich unseren Waller zu fangen. Tatsächlich verzeichnete ich um ca. 21:00 Uhr unseren ersten Wallerbiss auf unsere Grundmontage mit U-Pose. Allerdings war ich zu spät an der Angel, er hatte schon wieder ausgelassen.Jürgen mit 1,02m WallerMarkus mit 1,27 Waller Jürgen fing in der Zwischenzeit seine ersten beiden kleinen Welse im Leben an der mit Wurm ausgelegten Grundrute. Der Anfang war gemacht.
Um ca. 22:00 Uhr durfte Jürgen dann mit seinem ersten Raubfisch über einem Meter, genauer gesagt 1,02 Meter vor die Kamera. Danach gab es noch einen Waller mit 1,27 m an der Grundmontage mit U-Pose für mich.


Jürgen mit Schuppi Donnerstag war's wieder schlecht mit den Köderfischen. Aber am Abend an unserem Angelplatz erbarmten sich dann doch noch ein paar Güstern und Brachsen, so dass wir genug beisammen hatten. Diesmal spannten wir über ca. 1m tiefen Wasser unsere Köderfische ab. Wir hörten endlich mal einige Waller rauben. Die Spannung wuchs. Los ging's mit einem Waller von 1,25 m an meiner Rute. Jürgen drillte inzwischen einen netten Karpfen von gut 8 Pfund an der Grundrute, die er mit Wurm beködert hatte. Danach folgte ein noch besserer Drill, ein Waller mit 80cm packte den Wurm an der Grundrute. Nach einigen Fischen die wir noch auf Wurm fingen brachen wir so um 00:30 Uhr ab, um den schönen Abend noch mit einem Wallerbier und einem leckeren Mitternachtsschmaus abzuschließen.


Für Freitagabend wurde schon wieder schlechtes Wetter vorhergesagt. Also brachen wir schon um 16:00 Uhr an unseren Angelplatz auf um noch so lange wie möglich fischen zu können. An der Stelle angekommen mussten wir erst mal feststellen, dass das Wasser stark gefallen war. Das schien aber den Wallern nicht viel auszumachen. Dort wo wir am letzten Abend noch über gut 1m tiefen Wasser abgespannt hatten war es gerade noch so um die 0,5m tief, aber die Waller raubten. Und wie! Ich sah eine Rückenflosse eines Wallers an der Oberfläche kreuzen. Der Waller schwamm im flachen Wasser hin und her. Jürgen packte sofort seine Spinnrute (eine Sportex mit 100gr Wurfgewicht) und warf den Waller mit einem 15cm langen Gummifisch an. Einmal, zweimal, … fünfmal und Biss!!! Jürgen mit seiner GranateJürgen mit seiner Granate Ein spannender Drill begann. Jürgen hatte alle Mühe den Fisch zu halten. Aber so gut nach 10 Minuten Schwitzen war mir klar, das Jürgen die Oberhand gewinnen wird. Durfte nur nicht noch der Haken ausschlitzen oder aufbiegen. Nach ca. 20 Minuten durfte der Waller seinen Landgang antreten. Auf der Abhakmatte dann die Überraschung, das Zweimetermaß reichte nicht aus! :-) Jürgens erster großer Waller war gleich eine Granate über 2 Meter, genau 2,04m! Das hätte ich mir für diesen Urlaub nicht mehr erhofft.
Danach legten wir die Spinnrute auf die Seite und begannen unsere restlichen Ruten auszulegen. Und das war erst mal spannend! Zwei Mal klatschten Waller während ich die Ruten ausbrachte direkt hinter meinem Schlauchboot! Ich erschrak richtig :-) Die Waller raubten obwohl ich mit meinem Schlauchboot über sie hinweg fuhr. Einmal fuhr ich einem Waller sogar über den Kopf! Es war wahnsinnig viel los und es kam wie es kommen musste. Ich legte gerade die vierte Rute aus, als Jürgen schon den ersten Waller drillte! Was für eine Action! Unglaublich. Gut es war kein Riese, aber was da abging war nicht mehr normal! Nicht lange nachdem dann alle Ruten draußen waren der zweite Biss, Jürgen fing einen Waller mit 1,32m. Es folgten noch drei weitere alle so um die 1,20m und einige Fehlbisse von kleineren Wallern. Wir fischten bis 23:00 Uhr, dann hatten wir keine Köderfische mehr und jede Menge erlebt. Dieser letzte Tag war einfach genial. Hätte ja der Zweimeterfisch schon gereicht, aber was da danach noch abging war der Hammer.


So endete unser Urlaub, der nicht wirklich erfolgreich anfing, dann aber doch noch so zu Ende ging, dass er uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.