Habe mir letzte Woche eine neue Feederrute zugelegt. Shimano Beastmaster Heavy Feeder mit 110 gr Wurfgewicht. Fast zu leicht für die Donau im Ulmer Stadtgebiet. Aber eben nur fast! :-) Eine tolle Rute. Traumhaft bei jedem Drill, selbst noch bei einer untermaßigen Äsche. Die Rute geht bei Barben um die 55 cm schon langsam in die parabolische Aktion über. Und dass sie großen Fischen Paroli bietet, weiter unten! Dazu noch eine nette kleine SPRO Rolle die nur 35 Euro gekostet hat, aber dennoch einen guten Eindruck macht.
Am 11-08-2009 saß ich 10 m oberhalb einer Rückströmung an der Donau im Ulmer Stadtgebiet. Ausgestattet natürlich mit meiner neuen Feederrute, 14er Geflochtene, einem 18er Vorfach und 14er Goldhaken. Am Haken zwei Maden und ein Maiskorn. Die Montage landet direkt in der Rückströmung. Zwischen mir und dem Angelplatz herrscht starke Strömung. Ich rechne mit Barben und Äschen.
Tja eigentlich beim Feedern in der Donau ungewöhnlich, ich musste gut eine halbe Stunde bis zum ersten Biss warten. Anschlag passte und sofort war klar, das wird ein spannender Drill werden... Der Fisch stand zuerst einfach "brügelhart" in der Strömung und schüttelte den Kopf. Ich dachte an ein große Barbe. Zwischendrin kurze Fluchten, aber nur um wieder das Hinterwasser zu erreichen. Hatte arge Schwierigkeiten den Fisch näher an mich heran zu drillen. Nach gut fünf Minuten hatte ich ihn dann bis gut drei Meter vor mir. Im klaren Wasser sah ich sie dann. Eine riesen Bachforelle! Gut, sie sah mich wohl auch, sofort eine heftige Flucht zurück ins Hinterwasser. Dann kam sie an die Oberfläche und drehte sich. Fast wie ein großer Aal. Dazu noch heftiges Kopfschütteln. Tja, das war's dann auch schon. 18er Vorfach abgerissen...
So, und jetzt? Die Knie schlotterten, geärgert hab' ich mich wie ein Irrer. Aber immerhin wusste ich endlich mal den Standplatz einer riesen Bachforelle. Ist ja immerhin auch was wert. Hab' mir dann innerlich schon Pläne ausgearbeitet, wie ich's die nächsten Tage versuchen werde, kleiner Köfi auf Grund und so... Das half mir über den Schmerz dieses Erlebnisses hinweg ;-)
Nach einer viertel Stunde ohne Biss bin ich dann gut 40 m weiter stromab zur nächsten Rückströmung umgezogen. Gleich nach dem ersten Wurf biss erstmal eine kleine Barbe. Kurz danach noch eine Äsche um die 35 cm. Dann endlich was Größeres. OK... sehr viel Größeres... :-) Übrigens wieder auf 2 Maden mit Maiskorn am selben 18er Vorfach wo ich schon vorher die große Bachforelle dran hatte, nur eben etwa 20cm kürzer. Bin halt a Schwob:-)
Hab' den Fisch zuerst mal mitten in der Strömung gehalten. Hatte ihn nach kurzer Zeit schon vor meinen Füßen und ich konnte meinen eigenen Augen kaum trauen. Aber da war sie wieder, die große Bachforelle von vorhin!!! Jetzt aber keinen Fehler mehr! Sie hat mich natürlich auch gleich wieder erkannt und es folgte eine lange Flucht die Strömung hinunter. Wollte auf keinem Fall zu viel Druck ausüben dem 18er Vorfach wegen und nach ein paar Minuten war mir klar, dass ich sie von meinem gegenwärtigen Standplatz nie landen könnte. Bin dann am Ufer entlang der Forelle entgegengelaufen. Ca.20m, dann kam das nächste Kehrwasser. Dort ist die Strömung schwächer und wenn ich sie dort hin dirigieren könnte, dachte ich mir, hätte ich eventuell eine Chance. Konnte die Forelle dann tatsächlich bis dorthin dirigieren. Dort dann noch gut 5 Minuten Zittern und Bangen! Sie flüchtete zwar nicht mehr in die Strömung, aber hatte diese fiese Taktik sich immer wieder an der Oberfläche zu wälzen und mit dem Kopf zu schütteln. So wie schon beim ersten Drill das Vorfach abriss. Aber diesmal nicht! Ich denke es waren so zehn Minuten vergangen und die Bachforelle mit 69cm und 2800g lag im Kescher.
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