zurück zu den Tipps




von Rainer:

Als Flussangler beangele ich die Mosel im Bereich Trier. Bei der Mosel handelt es sich um einen großen kanalisierten Fluss, mit einem guten Weißfischbestand.
Aus diesem Weißfischbestand interessiert mich ein räuberischer Kollege ganz besonders. Ja, richtig geraten - der Döbel! Seit etwa 20 Jahren stelle ich ihm mit Erfolg nach. In meinem ersten Bericht möchte ich mich dem Angeln auf Döbel im Winter bei erhöhtem Wasserstand widmen.
Wer sportlich einige Döbel bei kalter Witterung und leichtem Hochwasser zur Strecke bringen möchte, muss nicht unbedingt früh aufstehen. Die besten Fangaussichten hatte ich immer um die Mittagszeit. Weitere Voraussetzungen sind Tiefdruck und nur noch leicht steigendes oder stehendes Hochwasser.
Der Erfolg hängt in erster Linie von der richtigen Wahl des Angelplatzes ab. Sucht euch eine Stelle, die stromabwärts mit Bäumen oder überhängenden Sträuchern bewachsen ist. Wenn jetzt noch ein kleiner Einlauf oder kleinerer Bach in der Nähe der Bäume oder Äste in den Fluss einfließt ist der Erfolg garantiert. Beim Bezug des Angelplatzes ist absolute Ruhe angesagt. Geangelt wird stromabwärts in einer Entfernung von 5-10m unter dem Geäst. Die Angeldistanz zum Ufer spielt eine untergeordnete Rolle. Die optimale Gewässertiefe sollte nicht größer als 1,50m sein. Die Dicken habe ich in einer Tiefe von 70cm und weniger gefangen.

Nun zur Technik:

Geangelt wird ausschließlich mit einer beringten Stipprute am Grund. Die Rutenlänge sollte 5-7 m betragen, auf alle Fälle lang genug um vor den Pflanzen angeln zu können. Versuche mit der Bodenbleiangel schlugen in der Regel aufgrund des lauten Eintauchen fehl. Eine optimale Montage bietet die klassische Rotaugenmontage. Die birnenförmige Pose sollte eine Tragkraft von 1,5 GR nicht überschreiten. Mit der Schnurstärke 0,16 und einem 0,12 Vorfach ist man bestens gerüstet. Dickere Schnüre sind bei unserem Freund nicht gefragt. Die Bebleiung wird 20 cm oberhalb des Hakens angebracht, also alles an einem Punkt. Für die Hakenwahl gilt folgendes: Je kälter das Wasser, desto kleiner der Köder, was auch auf den Haken zutrifft. Die Hakengröße sollte zwischen 12 bis 16 liegen.

Und jetzt das Erfolgsgeheimnis:

Im Sommer lässt sich der listige Kamerad mit allen erdenkbaren Ködern fangen.
Im Winter sieht die Sache ganz anders aus. Aufgrund der kalten Jahreszeit stehen Brutfische, Obst und Heuschrecken nicht auf seinem Speiseplan. Er nimmt keine jahreszeitunspezifische Nahrung zu sich. Ganz verausgabt vom Hochwasser braucht er aber Nahrung.
Nach 20 Jahren Einsatz aller möglichen Köder hat sich nur einer als dauerhaft Erfolg versprechend heraus kristallisiert. Dieser Wunderköder trägt den geheimnisvollen Namen "FLEISCHWURST".
Diese strahlt eine magische Anziehungskraft auf den Döbel aus.
Man schneidet 0,5 cm große Stücke und zieht sie mit einer feinen Ködernadel auf der Haken. Der Haken sollte ganz im Köder verschwinden. Denkt daran die Pose leicht zu überbleien, da die Fleischwurst Auftrieb hat und sonst nicht am Boden liegen bleiben kann. Die Angeltiefe sollte bekannt sein, da Ausloten den Fisch verschreckt. Der Abstand zwischen Pose und Haken wird 20 cm größer als die Angeltiefe eingestellt.
Wenn alles vorbereitet ist, geht es los!
Die Montage wird mit Unterhandschwung etwa 7-8 m weit ausgeworfen, um sollte zum Angelplatz treiben Der Köder sollte nun ruhig auf einer Stelle verharren. Stellen sich nach längerer Zeit keine Bisse ein, muss die Ködergröße verringert werden.
Die Rute kann im vorderen Teil auf einen Rutenhalter abgelegt werden, die andere Hand bleibt am Griff. Bei einem Biss führt man die Rute etwas stromabwärts um bei mehrmaligen Zucken der Pose anzuschlagen.
Solltet ihr keinen Erfolg mit meiner Methode haben, gibt es noch einem kleinen Trost: Dann könnt ihr die Fleischwurst nach erfolglosem Angeln selbst esssen.
Viel Spaß beim Ausprobieren!

Hat euch mein Bericht gefallen, Habt ihr es erfolgreich oder erfolglos ausprobiert, dann schreibt mir unter rbreiling@freenet.de.


Anmerkung von Markus:
Ich finde die Tipps einfach spitze! Rainer spricht mir von der Seele. Die meisten seiner Erfahrungen teile ich mit ihm. Gut, du kannst bei manchen Dingen auch ein bißchen was anderes probieren, z. B. lasse ich meine Köder stromab an der Pose treiben, falls es die Strömung des fliesenden Gewässers zuläßt. Aber alles in allem habe ich meine dicksten Döbel mit genau derselben Taktik gefangen. Mein "Wunderköder" ist übrigens auch fast derselbe wie Rainers. Ich verwende "Wienerle", wie wir in Schwaben sagen, oder Brühwürstchen, wie sie die Mitteldeutschen nennen. Auf alle Fälle sind Wurstköder im Winter und Früjahr die besten Köder.